Aus dem Pfarramt
Impressum
Adresse: Gütebohlweg 4
78343 Gaienhofen
Telefon: 07735 2074
Fax: 07735 1431
email: gaienhofen@kbz.ekiba.de
Konto:
    Evang. Hörigemeinde
    Sparkasse Singen-Radolfzell
    IBAN: DE21692500350004020004
    BIC: SOLADES1SNG
Das Pfarramtssekretariat ist außerhalb der Schulferien mittwochs und donnerstags von 9:30 -11:30 Uhr besetzt.
Pfarrer Klaus hat keine festgelegten Sprechzeiten. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit ihm unter der oben genannten Telefonnummer oder per Mail direkt an
Roland.Klaus@kbz.ekiba.de

Evangelische Gemeinde feiert 50 Jahre Petruskirche

Von: Erika Melsbach. Bilder: Melsbach
 

Das Vokalensemble Gaienhofen (hier Sopran und Tenor) sang im Jubi-läumdgottesdienst in Kattenhorn Chor-werke von Händel und Haydn

Grund zum Feiern gab es in der evangelischen Kirchengemeinde auf der Höri. Auf den Tag genau wie vor 50 Jahren durften sich die Gläubigen wieder in der Petruskirche in Kattenhorn versammeln, um in einem festlichen Gottesdienst an den Tag der Kirchen-Einweihung zu erinnern.

Öhningen-Kattenhorn – Übervoll war die Kirche mit fröhlich gestimmten Christen, die gemeinsam das 50-jährige Jubiläum der Petruskirche feiern wollten. Dazu gehörten Orgelklang und Chorgesang, Predigt, Gebete und Segensworte. Unter den vielen Gottesdienstbesuchern, die von Pfarrer Roland Klaus herzlich begrüßt wurden, war eine, die schon damals den ersten Gottesdienst in der neuen Kirche mitgefeiert hatte: die 91-jährige Dora Kiefer aus Stein am Rhein. Vor einem halben Jahrhundert war sie zusammen mit anderen Mitgliedern des „Kirchenstandes" der evangelisch-reformierten Gemeinde Stein zur Einweihungsfeier nach Kattenhorn gekommen. Dass sie auch diesmal wieder dabei war, weckte allgemein große Freude; das gleiche galt für Frau Fels, eine Tochter des legendären Pfarrers Senges, der in den vierziger Jahren, mit dem Motorrad von Wollmatingen aus kommend, die wenigen Evangelischen auf der Höri betreute.

Festlich gestaltet wurde der Gottesdienst vom Vokalensemble Gaienhofen unter Leitung von Kantor Siegfried Schmidgall, mit Werken von Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn. Die Predigt hielt Militärdekan Ulrich Brates (Hemmenhofen) über denselben Text, über den bei der Einweihung der spätere Landesbischof Heidland gepredigt hatte (Eph. 2,19): "Die Kirche ist das Haus Gottes, erbaut aus allen Christen und dem Grundstein Jesus."

Bei einem Empfang nach Ende des Gottesdienstes war Gelegenheit zur Rückschau auf die Anfänge und die weitere Geschichte der evangelischen Hörigemeinde. Heinz Gayko hatte dazu gründliche Nachforschungen betrieben und aus alten Dokumenten, Erinnerungen und Bildern einen umfangreichen Überblick zusammengestellt. Daraus und mit dem auch von anderen Gemeindegliedern beigesteuerten Material zeigte die Vorsitzende des Kirchgemeinderats, Gerlinde Stauß, in einer Tonbildschau insbesondere die Zeit von den ersten Erwägungen über die Grundsteinlegung und den Bau bis zur Einweihung der Petruskirche. Anfänglich gab es nur wenige Evangelische auf der Höri. Es waren Flüchtlinge, Zollbeamte, Feriengäste, die in der schönen Gegend bleiben wollten. Ihre Gottesdienste feierten sie in Privatwohnungen, Rathäusern, Schulzimmern, katholischen Kirchen.

Anschließend richteten die offiziellen Besucher herzliche Grußworte an die feiernde Kirchgemeinde. Für die beiden Ortsgemeinden sprach Bürgermeister Andreas Schmid. Er staunte darüber, dass damals das 1850 Quadratmeter große Baugrundstück 12 408 DM kostete, und zeigte sich dankbar für das, was in den letzten Jahren geleistet wurde. Eine bewegte Geschichte sei dies, weil sich Menschen zu etwas bewegen ließen. Als Nachbar aus Stein grüßte Pfarrer F. Tramer. Er kenne die Hörigemeinde bisher nur von gemeinsamen Gottesdiensten im Freien oder im Kirchenzelt und freue sich, jetzt auch einmal diese schöne Kirche von innen zu erleben. Er betonte die engen Kontakte und guten Beziehungen zu den Christen auf der Höri. Für den Kirchenbezirk Konstanz sprach der designierte Dekanstellvertreter Ulrich Henke. Ihn bewegen in der Petruskirche immer ganz besonders die Glasfenster von Otto Dix. Für Dieter Toder als Leiter der Evangelischen Schule am Bodensee, die ja über Melanchthonkirche und Gemeindehaus schon allein baulich ein enges Verhältnis zur Hörigemeinde hat, war die Gratulation selbstverständlich und lässt für die Zukunft eine fruchtbare Zusammenarbeit erwarten. Pfarrer Stefan Hutterer ist seit kurzem für die katholische Seelsorgeeinheit der gesamten Höri zuständig und wurde deshalb von seinem evangelischen Amtsbruder Roland Klaus humorvoll als „Herr der Höri" begrüßt. Er bestätigte, dass nach dem anfänglichen Misstrauen früherer Jahre auf beiden Seiten das Nebeneinander zu einem erfreulichen Zueinander und Miteinander gewachsen ist. Pfarrer Roland Klaus ist seit dem 1. September der Seelsorger für die jetzt 2335 Evangelischen der mittleren und hinteren Höri. Er erinnerte daran, was in der Petruskirche bisher geschah: viele Kinder wurden getauft, konfirmiert, Tote beweint, Gottesdienste und Hochzeiten gefeiert – es war und ist ein Haus Gottes und soll es auch bleiben.

 

Zurück zur Petruskirche
Zurück zur Petruskirche