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Die weiteren Predigten dieser Sammlung
Predigteihe zur Reformation:
Allein die Schrift
Predigteihe zur Reformation:
Allein Christus
Predigteihe zur Reformation:
Allein die Gnade
Predigteihe zur Reformation:
Allein der Glaube
Ökumenischer Gottesdienst am 15. Oktober
Schöpfungsgottesdienst am 8. Oktober
Sonntag, den 17. September 2017
Predigtreihe Teil 1: Wer bin ich?
Jahreslosung 2017
Weihnachten2016

Predigt zur Jahreslosung 2017

Hesekiel 36.26
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Pfarrer Klaus

Liebe Gemeinde

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Das ist die Jahreslosung für 2017. Ein Wort für das neue Jahr.  Vom Herzen ist die Rede. Das Herz ist  das Zentralorgan unseres Körpers. Es schlägtTag für Tag unzählige Male. Unbemerkt fast. Es pumpt täglich rund 7000 Liter Blut durch den Körper. Das Herz versorgt den ganzen Körper mit Blut und Sauerstoff. Es versorgt Beine, Kopf, Hirn. Welche Leistung! Es ist unser Zentralorgan. Es kann aber auch schwach werden. Bei meinem Vater war es zuletzt schwächlich geworden. Er hatte Schwierigkeiten beim Gehen. Er atmete schwerer, die Wege wurden kürzer. Manche gar brauchen Medikamente oder einen Schrittmacher oder warten  auf ein neues Herz. Seit genau 50 Jahren ist das  möglich. Berühmt wurde Prof. Barnard der die erste Herztransplantation vollzog. Dann schlägt ein fremdes Herz in der Brust des Patienten und schenkt ihm so noch einmal das Leben – ein neues Leben! Und nun diese Jahreslosung, die auf Herz und Geist abhebt. Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben.

Das Erste,was mir dadurch klar wird: Ein neues Herz bedeutet neues Leben. Uns wird ein neues Jahr geschenkt. Ein neues Lebensjahr. Neue Chancen, neue Herausforderungen, neue Möglichkeiten liegen vor uns. Gott räumt sie uns ein. Gott macht sie möglich! Und er will uns offenbar für dieses Jahr ausrüsten. Er sagt nicht nur: Du kriegst noch einmal Zeit, viel Zeit. Die räum ich dir ein. Dir schenke ich 2017. Mehr noch: Ich rüste dich dafür aus. Ich werde euch dafür ausrüsten. Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist schenken.

Die Frage ist nun: Wie gehen wir dies Jahr an? Was brauchen wir dafür? Wie muss das Herz beschaffen sein, dass es dem Anforderungsprofil des Jahres gewachsen ist?

Drei Herztypen kamen mir dabei in den Sinn! Drei Herzenseinstellungen werden wir dies Jahr brauchen und an uns auch wahrnehmen. Die Drei möchte ich mir näher ansehen:
1. Das wünschende Herz.
2. Das schwere Herz.
3. Das denkende Herz

1. Das wünschende Herz
Das Herz ist in der Bibel  Zentrum von Verlangen, Begehren und Wünschen. Wenn ich etwas begehre also will, dann fliesst da ganz schön Energie rein. Dann habe ich einen klaren Fokus. Wenn ich jemand begehre, dann pulsiert was in mir!  Da bist du ganz schön lebendig. Wünsche sind wichtig.  Wenn ich nicht weiß, was ich will, wird es schwierig. Also setze ich mir Ziele für 2017. Vielleicht haben sie sich auch schon manches vorgenommen.  Doch welche Ziele sind gut? Welche führen mich weiter im Leben? Nicht alles, was ich will, ist gut.

Wir waren mal in Dresden. In der Hofkirche ist das Herz August des Starken, des Kürfürsten von Sachsen aufbewahrt und konserviert. August hatte eine Leidenschaft , so erzählt man, die Frauen! Die Dresdner erzählen zu seinem aufbewahrten Herzen eine Legende: Immer, wenn eine schöne Frau vorbeigeht, fängt es an zu schlagen. Ja, die Frage ist eben: Für was schlägt mein Herz? Nur für mich  und meine Ziele?  Und dabei geraten andere Menschen aus dem Blick oder nur nützlich in den Blick. Das wäre zu wenig. Das wäre Gott zu wenig! Wir brauchen ein neues Herz, das Verlangen, Begehren und Wünschen neu justiert. Das neue Herz fragt: Gott, was willst du? Christus, was hast du uns gezeigt, was willst du mit mir dieses Jahr beginnen? Wo brauchst du mich?  Das neue Herz kann beten: Dein Wille geschehe. Es kann andere Wege gehen, als ich mir wünsche. Nachdem, was Gott sich wünscht von unserem Leben, danach gilt es zu fragen. Danach zu fragen was er mit uns vorhat, wo er unser Leben gebrauchen möchte. Ich will euch eine neues Herz und einen neuen Geist schenken.

2. Das schwere Herz.
Du gehst in ein Jahr mit Gedanken. Manche ganz positive sind dabei.  Manche schweren kommen dazu. Du sorgst dich um einen Lieben. Was wird werden, fragst du? Die älter werdenden Eltern, der Partner. Es gibt manches, das setzt sich fest in dir. Manchmal so stark, dass es dich blockiert. Blockaden des Herzens bilden sich so leicht. Das kann eine Verärgerung sein, die ich noch nicht verarbeitet habe. Da ist ein Herz, das sich geöffnet hat  aber dann verletzt  zu macht. Blockade. Auch äußere Faktoren können solche Blockaden auslösen. Das kann etwa der Stress sein. Ich mute mir einfach zu viel zu. Ich übertrete regelmäßig meine Grenzen, und dann schlägt was in mir um, vielleicht die Herzlichkeit gegenüber meinen Kindern, meinem Partner. Das wollte ich gar nicht. Ich wollte doch ein herzlicher Mensch sein. Ich wollte barmherzig sein und merke dann, ich werde kaltherziger. Genau dahinein spricht die Verheißung Gottes. Ich will euch ein neues Herz und einen neues Geist geben. Ich höre da heraus: Gott kann Blockaden lösen, die sich einlagern möchten. Gott kann sogar einem kalten Herzen, das nur noch funktioniert, Leben einhauchen. Darauf will er Einfluß nehmen. Da will er neues hineinlegen. Halts ihm hin. Er ist der Herzspezialist. Halt ihm deine Blockaden hin, dass sie sich nicht verfestigen und sie dir die Luft nehmen und du schwerer und schwerer weitergehst.

3.Mein dritter Herzfaktor. Das denkende Herz.
In der Bibel hat das Herz besondere Funktionen. Es liegt zwischen Kopf und Bauch. Es trägt was von Kopf und Bauch in sich. Es bringt Denken und Gefühl  zusammen: Beides kommt hier zusammen. Man könnte sagen: Die Bibel kennt das intellektuelle Herz. Das finde ich einen schönen Gedanken. Kopf oder Bauch zusammenhalten. Manchmal verteilen wir beides einseitig auf die Geschlechter. Dann sind Männer unromantisch und einfühlsam wie ein 7 Tonner LKW und Frauen können nicht einparken oder Landkarten lesen. Aber im Ernst: Auffällig ist, wie oft zuletzt davon die Rede war, dass sich die Menschen mehr und mehr von Emotionen  beeinflussen lassen und weniger von Nachdenken. Da kann sogar in Reden  offensichtlich Unsinn und Falsches erzählt werden, doch die Menschen folgen einfach dem Gefühl. Das Wort des Jahres 2016 war postfaktisch. Weniger Fakten zählen, mehr Gefühlentscheidungen. Überzeugend sind nicht mehr Argumente, sondern Stimmungen. Das ist natürlich problematisch. Toll finde ich nun, dass das Herz im biblischen Sinn beides zusammenhält und zusammen bringt:  Denken und Gefühl. Herz , das ist Mitgefühl und Verstand. Ich kann ernsthaft ringen um Wahrheit und  bleibe dabei  nah dran am anderen. Ich kann mit einem anderen streiten und bleibe zugewandt. Ich bin beherzt in meinem Anliegen und zugleich interessiert am anderen. Ich bin herzlich, aber weiß  wo meine Grenzen liegen. Nicht noch mehr aufladen! Ich bewahre mir ein heißes Herz und einen kühlen Kopf. Da ist ein waches Gewissen und forsches Engagement. Vielleicht wird das die große Herausforderung 2017 werden. Beides zusammenhalten, was zusammengehört. Aber wie können wir das in uns bewahren und zusammenhalten? Da kommt was von außen. Da steht dieses:  Ich will. Gott will!  Es kann ja sein,  wir  können zuweilen nicht erkennen, wie nötig es ist. Wir sind gefangen in uns. In unserem Denken und Gefühlen. In unseren Blockaden und Wünschen. Da muss schon ein Eingriff von außen geschehen. Der kommt von Gott. Das kann nur Gott schenken. Er will an den innersten Kern. Herumdoktern ist ihm zu wenig. Gott kann Menschen von Grund auf verwandeln. Lassen wir ihn an uns ran. Denn er ist Herzspezialist. Ich schenke euch eine neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Lass ihn ran an das wünschende, schwere und denkende Herz.

Amen